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#8 Intrapreneure fördern

Ein Politiker denkt an die nächste Wahl – ein Staatsmann hingegen an die nächste Generation. Ähnlich verhält es sich auch mit der Rolle des Unternehmers. In Deutschland sind mehr als 95 % aller Unternehmen in Familienbesitz. Studien zeigen, dass inhabergeführte Unternehmen durchschnittlich erfolgreicher sind. Die besondere Identifikation des Unternehmers mit dem Unternehmen und dessen nachhaltigen Erfolg wird dabei eine entscheidende Rolle zugesprochen. Sie sorgt dafür, dass sich der Unternehmer mit voller Motivation und aller Kraft für das Unternehmen einsetzt.

Für agile Hochleistungsorganisationen stellt sich die Frage, wie man diese besondere Erfolgskomponente auf die Mitarbeiter:innen übertragen kann. Intrapreneurship als zusammengesetzter Begriff aus „Intracorporate“ und „Entrepreneurship“ bezeichnet das unternehmerische Verhalten von Mitarbeitern im Unternehmen.

Wie erreichen wir eine vergleichbare Identifikation mit dem langfristigen Unternehmenserfolg? Wie erreichen wir es aber auch, dass Mitarbeiter:innen ihre Talente und Ideen einbringen können und wollen, um den Erfolg des Unternehmens nachhaltig zu sichern? Die grundsätzliche Identifikation der Mitarbeiter:innen steht und fällt zunächst mit ihrer Identifikation mit dem Sinn des Unternehmens und dem damit verbundenen langfristigen Zielbild.

Ist diese Identifikation gegeben, geht es maßgeblich darum, wie wir das kreative Potenzial in der Belegschaft freisetzen können. Unter den Mitarbeiter:innen kann prinzipiell jeder und jede Ideen mit positivem Einfluss auf das Unternehmen entwickeln. Die Wenigsten haben jedoch gemäß ihrer Rollenbeschreibung die Aufgabe, dies zu tun. Folglich droht die Gefahr, dass herausragende Ideen für die Entwicklung des Unternehmens verloren gehen.

Es stellt sich entsprechend die Frage, wie agile Unternehmen einen Rahmen schaffen können, in dem sich Mitarbeiter:innen mit Ideen und unternehmerischem Talent beweisen können.

Zwei Beispiele zeigen auf, wie es gehen kann:

  • FREIRAUM FÜR FORSCHUNG schaffen: Eine bewährte Option besteht darin, die Mitarbeiter:innen zu ermutigen, in einem Teil ihrer Arbeitszeit innovative Ideen zu entwickeln und umzusetzen, die sie spannend finden und die dem Unternehmen nützen. 3M hat dafür die 15 % Regel etabliert. Danach können und sollen die 3M Mitarbeiter Neues ausprobieren, kreativ denken und den Status Quo in Frage stellen. Der weltbekannte Post-It ist so entstanden. Auch Google setzt mit der „20 Prozent Zeit“ auf diesen Weg. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in eigene Projekte und Interessen investieren können, solange diese auf die Vision des Unternehmens einzahlen. Gmail ist eine der erfolgreichen Lösungen, die daraus entstanden sind.
  • SHARK TANK Formate etablieren: Analog der bekannten „Höhle der Löwen“ Formate können unternehmensintern Freiräume und Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen werden, damit Mitarbeiter:innen Ideen entwickeln und an der Zielgruppe validieren können. Dabei kann es neben marktgerichteten Innovationen auch um Ideen für unternehmensinterne Verbesserungen gehen. Adobe hat mit der Kickbox als Open Source Innovationsansatz dafür eine Methode geschaffen, die bewährte Prinzipien aus dem Design Thinking und Lean Start-Up Ansatz aufgreift. Auch die Grundmotivation des Intrapreneurs wird systematisch hinterfragt, um die notwendige Hartnäckigkeit und das Duchhaltevermögen beim Auftreten von Herausforderungen sicherzustellen. Das Medizintechnik Unternehmen Dräger hat mit der Dräger Garage gezeigt, wie sich der Ansatz als Basis eines Corporate Innovation Ansatzes nutzen und weiterentwickeln lässt.

Für die Reputation und Nachhaltigkeit dieser Formate ist wichtig, dass Erfolge realisiert und kommuniziert werden. Gelingt dies auf Dauer nicht überzeugend, drohen interne Widerstände gegen den betriebenen Aufwand und Invest.

Lassen Sie sich von uns dabei helfen, agiler und besser zu werden

UMSETZUNG BEI SALT AND PEPPER

Bei SALT AND PEPPER wird eine wertebasierte Kultur und ein hierarchiefreies unternehmerisches Mindset gelebt.

In unseren themenbezogenen Hubs bündeln wir gezielt die Kompetenz unserer Experten zu den Schlüsseltechnologien der Digitalisierung. Unterstützt durch geeignete Kollaborationstools für verteiltes Arbeiten werden Trends diskutiert, Wissen vermittelt und neue Ideen entwickelt.

Neben der Digitalisierung bauen wir grundsätzlich gezielt Wissen und Expertennetzwerke zu Ansätzen auf, die uns und unseren Kunden helfen agiler, innovativer und digitaler zu werden, um nachhaltigen Erfolg zu ermöglichen. Haben Mitarbeiter:innen Ideen, die sie weiterverfolgen wollen, so sprechen sie diese mit ihren Vorgesetzten direkt an. Gewinnt die Grundidee dadurch weitere Anhänger, werden erforderlichen Kapazitäten und Ressourcen besprochen, um zu einer Entscheidungsvorlage zu kommen. Diese wird als Pitch präsentiert und das weitere Vorgehen besprochen.

Auch in unserem in Baustein 5 beschriebenen quartalsbezogenen Prozess zur Gestaltung unserer OKRs (objectives & key results) haben Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, Ideen einzubringen, deren Umsetzung dann als Fokus verabschiedet und unterstützt wird.

Aus der Diskussion von Kundenbedarfen und neuen Ideen, die dazu passen, entstehen regelmäßig Kompetenzhubs, Center of Competences bis hin zu neuen Unternehmen. Auch technische Lösungen, die in Patente münden sind auf diese Weise bei SALT AND PEPPER schon entstanden.

Wir sind den Weg schon gegangen – und begleiten Sie gerne auf Ihrem.

HOW TO START

Sie sind inspiriert und möchten selber aktiv werden? Beantworten Sie zunächst einige Kernfragen:

Wo stehen wir Heute?

  1. Wie reagieren wir bisher, wenn Mitarbeiter:innen Ideen einbringen?
  2. Wie fördernd und ermutigend ist diese Reaktion für die Mitarbeiter:innen?
  3. Welche Reaktion und welches Umfeld wäre optimal, damit Ideen wachsen und gedeihen können?

Wie können wir starten?

Fangen Sie ganz klein an, mit einem Kaizenboard, auf dem die Mitarbeiter einfach und unkompliziert Probleme aber auch Ideen benennen können. In einem festen Zyklus werden diese als „Schnelldreher“ wertschätzend besprochen und - sehr wichtig - unbürokratisch umgesetzt.

Das reicht Ihnen nicht?

  1. Freiraum für Forschung: Fordern Sie die Mitarbeiter:innen auf, Ideen zu entwickeln, die dem eigenen Unternehmen oder den Kunden helfen Probleme zu lösen oder Mehrwerte zu schaffen und das bewusst auch in der Arbeitszeit zu tun. Auch das Benennen von Problemen ist ein Anfang. Machen Sie diese Probleme öffentlich und fordern die Belegschaft auf, dafür Ideen zu entwickeln.
  2. Shark Tank Format: Lassen Sie ein ausgewähltes Team ein Shark Tank Format entwickeln. Orientieren Sie sich dabei am Open Source Ansatz der Adobe Kickbox. Eine erste Experimentierrunde kann sich auf ein Kernthema richten (Kundeninnovationen, interne Verbesserungen) oder ganz offen gehalten werden.

Sie wollen selber Ideen für Ihr Unternehmen umsetzen? Challengen Sie Ihre Führungskraft mit der Idee und diskutieren die Anregungen dieses Blogbeitrags.

Starten Sie mit uns

Buchtipps

Wie Google tickt

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SPRINT: Wie man in nur fünf Tagen neue Ideen testet und Probleme löst

In fünf Tagen zum Erfolg: Drei Partner bei Google Ventures haben einen Plan gestaltet, mit dem Unternehmen in einer kurzen Arbeitswoche neue Produktideen testen und Lösungen zu komplexen Problemen finden können. Am Ende der Woche kann entschieden werden, ob ein Produkt bereit für die Markteinführung ist oder lieber noch weiter an der Entwicklung gearbeitet werden sollte.

#8 Business Rhyme

AUF DIE GEFAHR HIN, DASS ICH STÖRE
- WO SIND BEI EUCH INTRAPRENEURE?

Politikern ist‘s oft egal
ist es erst einmal „nach der Wahl“
Der Staatsmann denkt hingegen schon
bis hin zur nächsten Gen’ration

Was für die Zukunft weise ist
und nicht nur kurz nützt - mehr als List
Ja so ein Staatsmann, der ist top
für ihn ist es halt mehr als „Job“

Genauso hält’s der Unternehmer
wär‘ es auch anders oft bequemer
Noch weniger wird das Gelaber
ist Unternehmer auch Inhaber

In Deutschland sind das 9 von 10
die teils seit Gen’ration‘ bestehen
und wo Statistik zeigt geschwind
dass sie vergleichend besser sind

Der Grund für den Erfolg als Lohn 
ist die „Identifikation“
Und außerdem kann er gestalten
zu Neuem hin und weg vom Alten

Doch er ist einer nur von vielen
Das heißt auch Potenzial verspielen
denn die Ideen, die was taugen
die sucht man oft mit Argusaugen

Da wär’s doch toll wenn jedermann
und jede Frau erfinden kann
Und außerdem wär es doch nice
nutzt man auch was ein and’rer weiß

Zunächst braucht man dafür ‚nen Sinn
der mir zeigt, dass ich richtig bin
bei dem was man dort so bezweckt
dann zeig ich auch - was in mir steckt

Dann kann das Umfeld man gestalten
um Kreatives zu entfalten
Kommt ne Idee und zwar ne tolle
ist doch egal von welcher Rolle

Es hilft nicht Peitsche oder Möhre
wir brauchen schlicht Intrapreneure
die mutig und auch anders denken
und nicht in Sorgen und Bedenken

Weg 1 dorthin wenn ich so denk
kennt man vom „Valley“ als Shark Tank
Nutz open source und sei mal smart
starte die KickBox als Format

Wo Kreative sonst gern fremdeln
hilft dieser Weg sie rauszumendeln
und sie dann weiter anzuleiten
um für ihre Idee zu fighten

Weg 2 dorthin ist nicht nur Traum
zum Denken Zeit und auch ein Raum
gibt Google seinen Mitarbeitern
um Horizonte zu erweitern

3M kam so ganz ohne betteln
zu den gelben Klebezetteln
offenbar ein guter Brauch
vielleicht hilft es bei dir ja auch

Entscheidend ist – willst du was machen
den Gedanken zu entfachen
das jedem alles möglich ist
steh nicht im Weg – das ist die List